Stand: April 2016

 

Förderkonzept der GS Hiddestorf /

Konzept zur Umsetzung der Inklusion

 

Jedes Kind hat einen Anspruch auf eine begabungsgerechte individuelle Förderung entsprechend seiner Lernausgangslage sowie seiner kognitiven und sozial-emotionalen Voraussetzungen.

Unser besonderes Augenmerk richtet sich hierbei auf jene Schülerinnen und Schüler, die sich am Rande des Leistungsspektrums bewegen. Im Rahmen binnendifferenzierender Maßnahmen bzw. zusätzlicher Fördersequenzen sollen den Kindern mit Lernschwierigkeiten oder  Lerndefiziten Unterstützungsangebote und den Kindern mit besonderen Stärken zusätzliche Lernangebote gemacht werden.

 

 

1.  Pädagogische Grundgedanken

 

-     Dem Erstunterricht kommt besondere Bedeutung zu. Ein gut durchdachter Erstunterricht bildet die wichtigste

      Grundlage, um Schwierigkeiten beim Lernen vorzubeugen.

-     Der Unterricht orientiert sich am Entwicklungsstand jedes einzelnen Kindes.

-     Wichtigste Grundlage für die Individualisierung der Lernprozesse ist die Dokumentation der individuellen

      Lernentwicklung.

-     Für Kinder mit Lernschwierigkeiten werden Fördermaßnahmen eingeleitet und im Förderplan dokumentiert.

-     Für Kinder mit besonderen Begabungen werden zusätzliche Lernangebote bereitgestellt und

      im Beobachtungsbogen zur individuellen Lernentwicklung dokumentiert.

-     Die Kinder erleben die Fördersequenzen in einem positiven Lernklima und

·    erkennen kleine Lernfortschritte

·    haben Erfolgserlebnisse

·    finden Lernmotivation und Lernfreude wieder

·    stärken ihr Selbstwertgefühl

-      Die Lernfortschritte werden im Förderplan festgehalten.

 

                                                                                                                                                                

2. Erfassung der Lernausgangslage

 

In den Tagen vor der Einschulung wird mit Hilfe des Beobachtungsverfahrens „Mit der Hexe Mirola durch den Zauberwald“ die Lernausgangslage sowie die emotionale und soziale Befindlichkeit der Lernanfänger unter vergleichbaren Bedingungen beobachtet und von der Klassenlehrerin bzw. dem Klassenlehrer dokumentiert.

Die Durchführung wird unterstützt von Kollegen und Kolleginnen sowie Mitarbeitern der Kita.

Schon gleich zu Schulbeginn erhält die Lehrkraft Hinweise auf die Entwicklung und Lernausgangslage der einzelnen Kinder für eine sinnvolle Gestaltung des Anfangsunterrichtes.

Die Beobachtungen dienen als Grundlage für die Erstellung von Förderplänen sowie als Grundlage für Elterngespräche.

 

 

3. Beobachtung der schulischen Lernentwicklung

 

Zur fortführenden Dokumentation der individuellen Lernentwicklung von Klasse 1 bis 4 werden für jedes Kind zu den Bereichen Arbeits- und Sozialverhalten, Deutsch, Mathematik und Englisch Beobachtungsbögen geführt. Diese Beobachtungsbögen sind auch Grundlage für die Erteilung von Förderstunden. Wird in einem Bereich oder auch in mehreren Bereichen Unterstützungsbedarf festgestellt, sollte das Kind in einer der folgenden Fördersequenzen zusätzliche Hilfen bekommen.

Für jedes Kind, mit Lernschwierigkeiten oder einer besonderen Begabung in Teilbereichen, wird ein Förderplan erstellt, der die Ziele und Maßnahmen für die Fördersequenz enthalten muss. Nach dem Ablauf der Fördersequenz wird in dem Förderplan festgehalten, ob die Ziele erreicht worden sind oder nicht. Sollte sich nicht der geplante Erfolg eingestellt haben, so kann eine neue Fördersequenz mit anderen Maßnahmen angeschlossen oder zu einem späteren Zeitpunkt eingeschoben werden. Auf jeden Fall müssen die Maßnahmen und Methoden gut überdacht werden.

Festgelegt werden die Maßnahmen in den Förderkonferenzen sowie in den Zeugniskonferenzen.

 

 

4. Inklusion an unserer Schule

 

Durch die sonderpädagogische Grundversorgung stehen der GS Hiddestorf ab dem Schuljahr 2016/17 8 Stunden einer Förderschullehrkraft der Calenberger Förderschule zu.

Die Stunden werden durch die Schulleitung je nach Bedarf zugeteilt.

Das Tätigkeitsfeld der Förderschullehrkräfte umfasst sowohl präventive Förderangebote, insbesondere im 1. Schuljahr, Förderung von Kindern mit festgestelltem sonderpädagogischen Förderbedarf, Förderung von Kindern mit erhöhtem Förderbedarf in den Lehrgängen Deutsch und Mathematik (präventiv) als auch die Beratung und Unterstützung der Grundschulkräfte bei der Diagnostik und dem Umsetzen geeigneter Fördermaßnahmen.

Stellt sich heraus, dass ein Kind aufgrund seiner kognitiven, sozialen oder kommunikativen Kompetenzen dem Unterricht trotz aller Fördermaßnahmen langfristig nicht folgen kann wird das Verfahren auf sonderpädagogische Unterstützung eingeleitet. Das Gutachten schreiben die Grundschullehrkraft und die Förderschullehrkraft gemeinsam.

Schülerinnen und Schüler mit festgestelltem sonderpädagogischen Förderbedarf mit dem Schwerpunkt Lernen erhalten das Zeugnis der Grundschule mit dem Mittelteil der Förderschule Lernen. (siehe Zeugnisprogramm). Auch hier unterstützt die Förderschullehrkraft.

 

 

4.1.   Organisation der Fördermaßnahmen

 

Absprachen

 

-      Die in einer Klasse unterrichtenden Lehrkräfte arbeiten in der Beobachtung der Kinder und in der Absprache über

       mögliche Fördermaßnahmen eng zusammen.

-      Die Eltern werden kontinuierlich in die Fördermaßnahmen einbezogen.

-      Gespräche mit jedem einzelnen Kind zur Selbsteinschätzung sind für den Erfolg der Maßnahmen wichtig.

 

 

Organisationsformen

 

-      Binnendifferenzierung im Klassenverband

Arbeit nach Tagesplan, Stationslernen, Freiarbeit, Einzelförderung im Klassenverband, …

Lernaufgaben mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden (Nüsse beim Lehrwerk Nussknacker)

Selbständiges Lernen (siehe Methodenkonzept)

Handlungsorientiertes Lernen (Projekte: Kitec, Hemminger Küchendiplom….)

 

-      Doppelbesetzung

            zwei Lehrkräfte unterrichten parallel in einer Klasse:

·         gemeinsames Unterrichten

·         Aufteilen der Klasse

·         Fördern einzelner Kinder

 

-      Einzelförderung parallel zum Unterricht

            durch die Pädagogischen Mitarbeiterinnen („Reststunden“)

 

-      Förderung in Kleingruppen durch die Fachlehrerin

·         in Klasse 1 und 2 während der Betreuungsstunde

·         Frühförderung 7.30 Uhr – 7.55 Uhr

·         während der 6. Stunde

·         6. Stunde splitten

 

-      Sprachfördermaßnahmen vor der Einschulung

            in Kleingruppen oder Einzelförderung (siehe Sprachförderkonzept)

 

-     bei Bedarf werden Kinder mit Migrationshintergrund zusätzlich im Einzelunterricht oder in

      Kleingruppen beim Spracherwerb unterstützt. (Lesementoring, Lesementor)

 

-     Im AG Bereich werden vor allem die Stärken und Vorlieben der Schülerinnen und
      Schüler gefördert.

 

-    Teilnahme an Schülerwettbewerben (Matheolympiade, Korrespondenzzirkel, schulinterne

      Matheknobeltage)

 

-     Förderung durch den Mobilen Dienst im Bereich Sehen und Hören, emotional-sozial und

      körperlicher Beeinträchtigung

 

 

Sachliche Bedingungen

 

Für die Gruppen bzw. Einzelförderung stehen räumlich der Werkraum sowie die Lernecken in der Aula zur Verfügung.

Die Grundschule Hiddestorf verfügt über einen Klassenraum, der für hörgeschädigte Kinder ausgestattet wurde sowie über einen Fahrstuhl.

Materialien für den Förderunterricht befinden sich in den Klassenschränken und im Lehrerzimmer. Der Bestand soll in den nächsten Jahren in Zusammenarbeit mit den  Förderschullehrkräften aufgestockt werden.

 

Uns ist bewusst, dass die uns zur Verfügung stehenden Rahmenbedingungen und Ressourcen derzeit noch nicht ausreichen, um jedem Kind mit besonderen Bedürfnissen die individuelle Unterstützung zu geben, die es braucht. Wir benötigen mehr Förderstunden, Mitarbeit einer Fachkraft im Bereich Schulsozialarbeit und mehr räumliche Kapazitäten, um dies auch umsetzen zu können.

 

Deshalb enthält unser Konzept Minimalziele und –leitlinien, die unter den derzeitigen Bedingungen noch nicht immer erreicht werden können.

 

 

5. Mögliche Lern- und Arbeitsformen - Beispiele

 

Allgemein

 

·         Rituale am Anfang und Ende der Stunde

·         Aufnehmen der jeweiligen Situation des Kindes, in Kontakt kommen mit dem Kind

·         Immer wieder auf Vertrautes zurückgreifen

 

 

Sprachlicher Bereich

Mathematischer Bereich

  • Sprachbewegungsspiele: „In einem Häuschen…“
  • Rhythmisches Sprechen: Kinderverse, Klatschverse, Zungenbrecher, Sprüche zu den Buchstaben, Abzählverse, „Drei Chinesen…“
  • Rollenspiele: szenische Spiele, Spielen mit Finger-, Stab- und Handpuppen
  • Erzählen und Zuhören: Bilder, Fotos, Reizwörter, Gegenstände und Wortkarten als Gesprächsanreiz
  • Lesen/optische und akustische Wahrnehmung
  • Lautierübungen: Stellung des Lautes im Wort (Anlaut, Endlaut) Weckerspiel (bei bestimmtem Laut aufwachen)
  • Lautgebärden (Laut/Wörter – stumm mit Handzeichen – sprechen)
  • Zerlegen der Wörter nach Sprechsilben, Silben gehen, klatschen, mit Bögen markieren, Silben zählen
  • Sinnverstehendes Lesen: Leseaufträge, die zum Handeln führen, Leseröllchen, verwürfelte Geschichten richtig ordnen, Lesemalaufträge
  • Rechtschreiben
  • sorgfältiges Abschreiben
  • unterschiedliche Diktatformen: Lauf- und Schleichdiktat, Würfeldiktat, Rückendiktat
  • Lückentexte ausfüllen

 

Logico, Scrabble, Lotto, Memory, Letra, Holzbuchstaben, Stempelkästen, Sandkisten

  • Rhythmisches Zählen und Gehen: “Die böse 7”
  • Legen, bauen und bündeln mit     unterschiedlichen Materialien: Stäbe, Steckwürfel, Naturmaterialien, Tangram, …
  • Messen: Seil, Wollfäden, …
  • Atomspiel: Kinder finden sich zu 2, 4, 5, … zusammen
  • Einmaleins-Mau-Mau
  • Zahlen klatschen
  • Ziffern mit Fingern zeigen
  • Akustische Signale zählen
  • Bauen mit dem Somawürfel
  • Anschauliches Rechnen: Rechenschiffchen, Steckwürfel, Perlenschnüre, Zahlenstrahl, Hunderterfeld, Tausenderwürfel, Tausenderbuch

 

Logico, Puzzle, Bingo, Memory, Domino, Kniffle, Pyramide, Hausnummern, Erstes Rechnen, Mensch-ärgere-dich-nicht, Mühle, Vier gewinnt